Bergbau im Odenwald


(von Manfred Kassimir)

‚ÄěGl√ľckauf! hei√üt nach vollbrachter Schicht,
des Bergmanns Ruf, kehrt er zum Licht!“

 

Erwandert der Besucher des Odenwaldes die H√∂henwege und T√§ler der Landschaft mit offenen und aufmerksamen Augen, f√§llt diesem vielleicht die eine oder andere Merkw√ľrdigkeit auf. Ungew√∂hnliche, dem Gel√§nde nicht angepasste Erhebungen, sumpfige, mit Wasser gef√ľllte Vertiefungen, oder auch versteckt zwischen Gestr√ľpp und B√§umen gelegene L√∂cher, die geheimnisvoll in den Berg hineinf√ľhren. Die meisten dieser Zug√§nge sind von Amts wegen verschlossen, andere sind so gestaltet, dass eine Teilstrecke in das Berginnere durch Licht ausgeleuchtet ist und somit einen Blick in das Innere des Berges frei gibt. Hier √∂ffnet sich eine T√ľr in eine Welt, die wir fast vergessen haben ‚Äď in den Odenw√§lder Bergbau.

Schachteingang

Sogenannte "Pinge" ein Erdeinbruch

 

Odenw√§lder Bergbau fand bereits in der Fr√ľhzeit unserer Zeitrechnung statt. Die noch vorhandenen Relikte dieser Epoche legen aber Zeugnis von einer lange zur√ľckliegenden Zeit ab. Bleibende Erinnerungen sind Flurnamen, Orts- oder Stra√üennamen wie z. B. H√ľttenthal, Erzbach, Unterer Hammer oder Schmelz.

Der Mensch war schon immer auf der Suche nach Rohstoffen, die ihm von Nutzen waren. Die Erkenntnisse, dass diese Rohstoffe auch unter der Erdoberfl√§che vorhanden waren, f√ľhrten zum¬†¬† Bergbau ‚ÄěUnter Tage‚Äú.

Bereits im Lorscher Codex wurde eine Schenkung ‚ÄěKarl`s des Gro√üen‚Äú an das Kloster Lorsch von 773 und 795 unserer Zeitrechnung mit der Grenzbeschreibung der Mark Heppenheim der Odenw√§lder Bergbau urkundlich erw√§hnt. Die Ortsbezeichnungen Weschnitz und Erzbach finden in diesen Urkunden namentlich Erw√§hnung (Arezgrefte ‚Äď Erzgrube).

        

Ob die Bergbaugeschichte des Odenwaldes noch weiter in die Vergangenheit zur√ľck reicht, bleibt weiterhin ein Geheimnis. F√ľr eine Bergbaut√§tigkeit der R√∂mer und Kelten im Gebiet des Odenwaldes liegen keine fundierten Erkenntnisse vor.

Eisenerz war im Odenwald das erste abbauw√ľrdige Erz. Ohne geologische Kenntnisse waren unsere Vorfahren auf eigene Beobachtungen oder Zufallsfunde angewiesen. So wurden markante Gesteine an der Erdoberfl√§che gesucht und auf deren Erzgehalt √ľberpr√ľft. Bei einem positiven Ergebnis wurde das Erz im Tagebergbau abgebaut. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden von Generation an Generation weiter getragen und verfeinert. Kam es zu Hinweisen von ausbeutungsw√ľrdigen Rohstoffen, wurden sogenannte Hoffnungsbaue angelegt, d. h. es wurden Gr√§ben angelegt, um den Verlauf und Ausrichtung des Vorkommens festzulegen. Erst nach dieser Vorarbeit wurde der Abbau in die Wege geleitet und Stollen und Sch√§chte angelegt.

Im Odenwald wurde √ľberwiegend Eisenerz und Manganerz abgebaut. Im geringerem Umfang kamen Blei, Silber, Kupfer, Schwerspat und Feldspat hinzu.

Eisenerz war wichtig f√ľr die Herstellung von Eisenwaren, angefangen von t√§glichen Gebrauchsgegenst√§nden, bis hin zu Waffen.

Das Manganerz wurde zur Veredelung der Eisenproduktion benötigt. Durch die Zugabe von Manganerz in den Schmelzprozess des Eisenerzes wurde das Eisenprodukt härter und widerstandsfähiger.

Schwerspat (Baryt) ist in Verbindung mit der chemischen Industrie von Bedeutung.

Feldspat dient zur Herstellung von Glas, Porzellan und f√ľr die Glasur von Fliesen. Au√üerdem ist er Bestandteil f√ľr den Zahnersatz.

Die Sch√ľrfrechte oblagen, wie im Lorscher Codex bereits dargelegt, dem Kaiser oder K√∂nig, die die Sch√ľrfrechte als Lehen weitergeben konnten. Ab 1358 wurde dieses Recht in der ‚ÄěGoldenen Bulle‚Äú neu geregelt. Das Bergrecht ging an die sieben Kurf√ľrsten √ľber.

Im Bergbau wird zwischen grundeigenen und bergfreien Bodensch√§tzen unterschieden. W√§hrend der grundeigene Bodenschatz (Kies, Sand, Ton, Kalkstein) vom Grundst√ľcksbesitzer selbst abgebaut werden darf, unterliegen die bergfreien Bodensch√§tze der Genehmigung, der sogenannten ‚ÄěMutung‚Äú. So wurde nach Bekanntwerden eines Vorkommens ein topografisch definiertes Feld f√ľr den Abbau festgelegt. Diese topografischen Felder k√∂nnen Grundst√ľcksgrenzen √ľberschreiten und sind daher vom Grundbesitz rechtlich getrennt. Der Grundst√ľckseigent√ľmer hat keine Einflussm√∂glichkeit. Er ist zur Duldung des Abbaus verpflichtet. Im Gegenzug ist der Betreiber der Anlage verpflichtet, eventuell auftretende Sch√§den zu beseitigen oder den Grundst√ľckseigner zu entsch√§digen.

Es gibt zwei M√∂glichkeiten zum Abbau des Erzes¬† in den Berg einzudringen. Eine Art¬† des Vordringens besteht darin, in einer Hanglage einen Stollen in den Berg voranzutreiben. Dieser angelegte Stollen diente dazu, das gewonnene Erz und den Abraum aus dem Bergwerk zu transportieren. Gleichzeitig wurde der Stollen so angelegt, dass eine Entw√§sserung auf nat√ľrliche Art stattfinden konnte. So wurde eine zus√§tzliche Rinne in den Stollenboden eingelassen, welche den Ablauf des Stollenwassers garantierte.

Gemauerter Grubeneingangsschacht 

 

Zur F√∂rderung des abgebauten Roherzes wurden ‚ÄěHunten‚Äú (kleine auf Rollen befindliche Kippwagen) eingesetzt, die entweder von Menschen oder Pferden in Bewegung gesetzt wurden.

Loren zum Erztransport

 

Die zweite Art der Ausbeutung erfolgte √ľber senkrecht in den Berg abgeteufte Sch√§chte. In den Abbausohlen werden Stollen angelegt, um das Erz zu f√∂rdern. Das vorhandene Grundwasser muss √ľber zus√§tzlich gegrabene Stollen abgef√ľhrt werden.Gleichzeitig diente dieser Stollen zur ‚ÄěBewetterung‚Äú (Bel√ľftung). Eine k√ľnstliche Bewetterung konnte im Odenw√§lder Bergbau bisher nicht nachgewiesen werden.

Das gewonnene Erz und das taube Gestein wurde mittels einer von Menschenhand betriebene Haspel nach au√üen bef√∂rdert. Die Haspel, √ľber die auf der Mittelachse ein Seil gespannt war, hatte an beiden Enden einen F√∂rderkorb aus Weidengeflecht, sp√§ter aus Eisen, der mit der Aufw√§rtsbewegung Erz oder taubes Gestein aus der Grube f√∂rderte und mit seiner Abw√§rtsbewegung gegenl√§ufig den anderen Beh√§lter nach oben bef√∂rderte.

Haspel zur Förderung des Erzes 

 

Um einen Stollen gegen Einsturzgefahr zu sichern, wurden die Decke und die W√§nde in bestimmten Abst√§nden mittels Holz, vorzugsweise Fichte und Kiefer, verbaut. Die Wahl des Holzes (Fichte/Kiefer) hatte den Vorteil, dass sich ein Einsturz der Verbauung durch vorzeitiges Knacken des Holzes ank√ľndigte. Selten kamen Stahlstreben zur Anwendung. Holz konnte vor Ort zugeschnitten werden, wohingegen Stahlstreben vorgefertigt waren und lediglich bei gr√∂√üeren Spannweiten verwendet wurden. Zwischen den einzelnen Stempeln wurden die Zwischenr√§ume mit Brettern ausgef√ľllt.

Bild: Agricola "De re  metallica libri" Buch VI DNB Frankfurt - Haspel

 

Die Holzverbauung wurde im Odenwald nach der Bauart ‚ÄěDeutscher T√ľrstock‚Äú vorgenommen, das hei√üt, die senkrechten Stempel als auch die Kappen wurden √§hnlich des Fachwerkbaues gegeneinander verblattet. Die Schwelle wurde mit dem Stempel ebenfalls verblattet.

¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†Verblattete St√ľtzbalken¬†¬†¬†¬†

                                                                         

Der Eingang eines Stollens, Mundloch genannt, wurde in der Regel ausgemauert, sodass ein standfester Eingangsbereich entstand (Grube Georg Rohrbach). In der F√∂rderkette wurde das abgebaute Material in h√∂lzerne Karren umgeladen. Sp√§ter kamen die sogenannte ‚ÄěHunte‚Äú aus Eisen zum Einsatz. Die Hunten verliefen auf zwei parallel zueinander verlegten Holzbohlen. Im Zwischenraum der Hunten befand sich ein Spurnagel, der die Aufgabe hatte, den Wagen¬† beim Transport des Materials in der Spur zu halten. Die Hunten, mehrere hintereinander gekoppelt, wurden von Pferden an den Grubenausgang gezogen.¬†¬†¬†¬†¬†¬†

                                                    

                                         Bild: Agricola "De re  metallica libri"

                                         Buch VI DNB Frankfurt -

                                         Hunt zum Transport von Erz aus der Grube

 

Hatte das abgebaute Erz die Grube verlassen, wurde das Material auf Ochsen- oder Pferdefuhrwerken zu ihrem Bestimmungsort transportiert. Der Transport des Erzes war eine willkommene Nebeneinkunft der ans√§ssigen Landwirte, ‚ÄěHauderen‚Äú genannt. Diese transportierten das abgebaute Erz im Gersprenztal bis zum Bahnhof Reinheim, wo dieses in Waggons verladen und zu seinem Bestimmungsort in Lothringen oder Saarland weiter transportiert wurde. Sp√§ter √ľbernahm das ‚ÄěOdenw√§lder Lieschen‚Äú im Gersprenztal die Aufgabe des Erztransportes.

Bild: Regionalmuseum Reichelsheim - Odenwälder Lieschen beim Erztransport

 

Die Eisenbahnstrecke verlief von Reichelsheim entlang des Gersprenztales bis nach Reinheim und wurde teilweise durch die Bergbaufirmen mitfinanziert. Verladestation f√ľr das abgebaute Erz war der Bahnhof Bockenrod, wo zwischenzeitlich eine 2200 Meter lange Drahtseilbahn vom Abbaugebiet (die Gruben Gottfried und Adolf) bis zum Bahnhof Bockenrod reichte.

Die t√§gliche Transportleistung des ‚ÄěOdenw√§lder Lieschens‚Äú betrug bis zu 25 Doppelwagons pro Tag. Um den Abbau ‚ÄěUnter Tage‚Äú leisten zu k√∂nnen, wurden auch Facharbeiter ben√∂tigt, die im Odenwald nicht vorhanden waren. So wurden Bergbauarbeiter aus anderen Bergbauregionen angeworben, die im Odenwald sesshaft wurden. Namen, wie z. B. Eisenhauer, Schmelzer, Ensinger und R√∂singer legen davon Zeugnis ab. Diese Arbeiter waren nicht ortsgebunden. Heute w√ľrden wir sie als Wanderarbeiter bezeichnen.

Die Arbeit Unter Tage ist seit jeher ein ‚Äěhartes St√ľck Brot‚Äú. Die Lebenserwartung eines ‚ÄěKumpels‚Äú lag bei 40 Lebensjahren.

In der Anfangszeit des Bergbaus trugen die Knappen als Arbeitskleidung eine Kutte mit verl√§ngertem R√ľckenteil. Als Kopfbedeckung diente eine, nach oben spitz zulaufende Kapuze die mit Stroh ausgef√ľllt war. Diese Kapuze diente dazu, den Kopf des Knappen vor dem Ansto√üen des Kopfes in niederen Stollen zu sch√ľtzen. (Der Gartenzwerg l√§sst gr√ľ√üen).

Zur Ausr√ľstung eines Bergarbeiters ‚ÄěUnter Tage‚Äú geh√∂rte auch eine Grubenlampe. Hatte zur Fr√ľhzeit des Bergbaus ein Kienspan die Arbeitsstelle erhellt, diente sp√§ter eine Tonlampe, die mit tierischen Fett oder √Ėl gespei√üt wurde, als Lichtquelle. Im weiteren zeitlichen Verlauf wurde die Tonlampe durch Metall ersetzt. Diese hatte die Form eines Frosches und wurde entsprechend ‚ÄěFroschlampe‚Äú genannt. Die Lampe geh√∂rte zur Mannausstattung und hatten einen anmontierten Haken, der dazu diente, die Lampen an der Kleidung oder am Felsen zu befestigen.

In der Endphase des Odenw√§lder Bergbaus kam die Karbitlampe zum Einsatz. Diese bestand im oberen Teil aus einem Wassertank mit regelbaren Ventil, das mit dem Karbitbeh√§lter verbunden war. Durch die Wassertropfen, die √ľber das Ventil regulierbar waren, entwickelte sich zusammen mit dem Carbid ein brennbares Gas. Das Gas wurde durch eine R√∂hre nach au√üen gef√ľhrt und entz√ľndet. Eine Abdeckung aus Glas reflektierte das Licht und b√ľndelte dieses.

                                                                                                                            

                                                            Froschlampe                                                            Karbitlampe

 

Die handwerkliche Ausr√ľstung des Bergmanns wurde als ‚ÄěGez√§he‚Äú¬† bezeichnet. Dazu geh√∂rten eine Keilhaue, ein Schl√§gel und eine Schaufel.

- Die Keilhaue war eine Art Pickel mit verk√ľrzten Stiel. Eine Seite spitz zulaufend und die Kehrseite flach ausgebildet.

- Der Schl√§gel, eine Art F√§ustel, wurde benutzt um, auf das abgeflachte Pickelteil mehr Wucht aus√ľben zu k√∂nnen.

- Die Schaufel¬† hatte einen verk√ľrzten Stiel, um das abgebaute Erz verladen zu k√∂nnen.

   

Werkzeug des Bergarbeiters

 

Vor Arbeitsbeginn und nach Ende der Schicht hatten die Knappen das Anrecht in einer eigens f√ľr sie errichtenden Kapelle ihre Andacht verrichten zu k√∂nnen. So konnte in Michelstadt am ‚ÄěKirchberg‚Äú am dortigen Stolleneingang der Grundriss einer nachweislich 1502 erbauten Kapelle entdeckt werden, die aber bereits wieder 1535 abgetragen und auf dem heutigen Friedhof in Michelstadt wieder neu errichtet wurde. Diese Kapelle tr√§gt den Namen ‚ÄěHeilig-Kreuz-Kapelle‚Äú.

In der Anfangszeit des Odenw√§lder Bergbaus wurde das abgebaute und gef√∂rderte Erz in unmittelbarer N√§he des Stollen- oder Schachteingangs verarbeitet.¬† Dies war m√∂glich, da der Odenwald f√ľr seinen Waldreichtum bekannt war und die K√∂hler die zur Eisengewinnung ben√∂tigte Holzkohle aus der n√§heren Umgebung liefern konnten. So sind heute noch Abraumhalden in der unmittelbaren Nachbarschaft von Stollen und Sch√§chten erkennbar.

Um das gef√∂rderte Erz weiterverarbeiten zu k√∂nnen, musste dieses zun√§chst zerkleinert und von¬† tauben Gestein getrennt werden. So wurde das Erz in die sogenannten Scheidestuben gebracht, wo es mittels Schl√§gel zerkleinert wurde. Sp√§ter wurden Pochwerke an Flussl√§ufen angelegt, um diese Arbeit zu √ľbernehmen.

Die zerkleinerten Erzbrocken wurden anschlie√üend geschl√§mmt, um weiteres taubes Material vom gewonnenen Erz zu trennen. Um dies zu erm√∂glich, wurden eigens daf√ľr k√ľnstlich Seen (Rehbach, Steinbach) angelegt. Das gewonnene Erzkonzentrat wurde zur Schmelzh√ľtte zur weiteren Verarbeitung transportiert.

In den Anf√§ngen des Odenw√§lder Bergbaus wurden aus der gef√∂rderten Abbaumasse ca. 25 ‚Äď 26 % an Eisenerz und etwa 7 % an Manganerz gewonnen. Im Verlaufe der Weiterentwicklung¬† der Verarbeitung¬† lohnte es sich, die Abraumhalden fr√ľherer Erzgewinnung noch einmal aufzuarbeiten und erneut auszubeuten.

Die weitere Verarbeitung des Erzes erfolgte in einem ‚ÄěRennofen‚Äú. Der ‚ÄěRennofen‚Äú wurde aus Lehm und Lehmziegeln errichtet und in einem Mischungsverh√§ltnis 1:3 ‚Äď 1 Teil Erz 3 Teile Holzkohle ‚Äď bef√ľllt. Bei dem Schmelzvorgang wurden Temperaturen von 1200 bis 1300 Grad erreicht. Durch die hohe Temperatur verfl√ľssigte sich das Eisenerz, Luppe genannt,¬† und sank auf den Boden des Rennofens ab. Das Restgestein wurde durch Anstechen des Ofens abgelassen. F√ľr einen weiteren Schmelzvorgang musste der ‚ÄěRennofen‚Äú wieder neu aufgebaut werden. Das so gewonnene Roheisen wurde erst durch die weitere Verarbeitung in einer Schmiede zu einem wirklich brauchbaren Erzeugnis. Erst die Entwicklung eines neuen Schmelzverfahrens, dem ‚ÄěThomasverfahren‚Äú, wo dem Eisenerz Sauerstoff und Manganerz zugef√ľhrt wurde, konnte hochwertiger Stahl hergestellt werden (1870).

Rennofen

 

Beim Durchwandern des Odenwaldes findet der Besucher sehr er oft Namen von kleinen Ortschaften, Stra√üen- oder Flurbezeichnungen, die auf die fr√ľhere Bergbaut√§tigkeit hinweisen. ‚Äď H√ľttental, Etzean, Erzbach, Schmelz, Unterer Hammer, Hammergrund, Hammerdelle, Schmelzbuckel ‚Äď um nur einige zu nennen. Aschbach, ein heutiger Ortsteil von Wald-Michelbach, f√ľhrt drei Schmiedeh√§mmer in seinem Gemeindewappen.

Die letzte bergbauliche Tätigkeit fand in Reichelsheim Ortsteil Rohrbach bis 1924 statt. Hier wurde bis zuletzt Manganerz zur Eisenerzveredelung von Stahl gewonnen.

Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts wurde in der Grube ‚ÄěVierst√∂ck‚Äú,¬† zu der Gemeinde Reichelsheim zugeh√∂rig, noch Ton zur Ziegel- und Backsteinherstellung im offenen Tagesabbau gef√∂rdert.

¬†‚ÄěWie redlich ist das Bergmannsleben
und wie vergn√ľgt ist unser Stand.
Wir graben aus der tiefsten Erde,
was n√ľtzlich ist f√ľr Stadt und Land.
Die Arbeit macht uns frohen Mut,
geb` Gott uns nur gesundes Blut.

 

Zu diesem n√ľtzlichen Gesch√§fte
sind wir stets tags und nachts bereit.
Gott segne unsre Leibeskräfte
und unsern Stand und die Obrigkeit.
Der Wirt schenkt uns die Gläser voll,
es leben alle Bergleut wohl.“
                                         (K. Ch. W. Kolbe 1792)

 

Quellen:

¬†Philipp Arras ¬†Schacht und H√ľtte
 Jochen Babist

¬†Terra Montana ‚Äď Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald 1/2015

Bergbaulehrpfad Vierstöck-Rohrbach

Grabung Stollwiese/Rohrbach/Reichelsheim 2006

Ein kleines Bergbauprevier f√ľr den Odenwald ‚Äď Arbeitsheft

AG Altbergbau Odenwald 1/2015

 Jochen Babist u. Jochen Rietdorf  Bergbau und Kulturlandschaften Bd. 1
 Georg Dascher

¬†Und Steinbr√ľche in und um Ober-Kainsbach .- Gelurt 1997

Der Odenw√§lder¬†Bergbau hautnah erleben ‚Äď Juni 2012

Friedrich Eckstein

Vom Erztransport zur Schotterbahn ‚Äď Museumsstr. Odenwald-Bergstra√üe

Geo-Naturpark Bergstr.-Odenwald Baustein, Erz und schwerer Spat

 Heinz Otto Haag  Der Hammerherr Conrad Ensinger und seine Familie-Odenwaldheimat 8/2015
 Johann Heim

Geschichten um St. Kilian und die Heilig-Kreuz-Kapelle in Michelstadt

Christian Knatz u. G. Gr√ľnewald

Sch√§tze im Berg ‚Äď DA-Echo 30.09.2017

Friedrich Mößinger

Bergwerke und Eisenhämmer im Odenwald

G√ľnther Morr

Erzbergbau im √úberwald ‚Äď Gelurt 2007

Jochen Rietdorf 

Erwerbszweig der Arbeiter verbraucht ‚Äď DA-Echo 28.08.2009

Dr. Peter W. Sattler

Eisen ‚Äď Odenwaldjournal

Erinnerungen ‚Äď Geschichte im Fadenkreuz - Odenwaldjournal

Rolf Speber

Das Revier der Sch√§chte und Stollen ‚Äď DA-Echo 10.01.2018

Elmar Streun

Das harte Bergarbeiterleben ‚Äď DA-Echo

Kirsten Sundermann

Sch√ľrfen in Geschichte lohnt sich DA-Echo 07.09.2018

Manfred Kassimir

Text und Bilder