Römer im Odenwald

(von Manfred Kassimir)

Das Römische Reich (Imperium Romanum) existierte etwa von 800 v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. Eine exakte Abgrenzung zur vorrömischen Epoche ist nach heutigem Stand der Forschung nicht möglich.
Wird das gesamte römische Zeitalter betrachtet, werden verschiedene Entwicklungsabschnitte erkennbar:

- GrĂĽndung Roms um 753 v. Chr.
- 510 v. Chr. wird die römische Republik ausgerufen
- zwischen 500 – 200 v. Chr. erweitert Rom durch viele Kriege seine Vormachtstellung als Weltmacht (punische Kriege)
- zwischen 100 – 20 v. Chr. wird Rom durch Bürgerkriege erschüttert
- 59 v. Chr. erlangt Julius Cäsar die Macht als 1. Konsul des Römischen Reiches und erobert Gallien
- 44 v. Chr. wird Julius Cäsar ermordet. Auf Cäsar folgt dessen Großneffe Octavian als Thronfolger
- 98 – 117 n. Chr. erreichte das Römische Imperium seine größte Ausdehnung unter Kaiser Trajan
- 395 n. Chr. folgte die Teilung des Römischen Reiches in ein West- und ein Oströmisches Reich
- Ab 400 n. Chr. beginnt der Untergang des Weströmischen Reichs mit der germanischen Völkerwanderung

Der politische Mittelpunkt des Römischen Reiches war Rom. Auf dem Forum Romanum wurde die Weltpolitik des Reiches bestimmt. Die von den Römern entwickelte Rechtsform hat auch in der heutigen gesellschaftlichen Form noch ihren Bestand.
Julius Cäsar, 49 v. Chr. als Konsul (1. Mann im Staat) gewählt, später zum Römischen Kaiser ernannt, war einer der bedeutendsten Feldhe rren seiner Zeit. Im Jahre 44 v. Chr. fiel er einem Mordanschlag zum Opfer.
In den Jahren 58 – 51 vor Chr. eroberte Cäsar u. a. Gallien und schob den Einfluss des Römischen Reiches bis zum Rhein vor. Der Rhein als größeres natürliches Gewässer, war, wie üblich, als Grenze vorgesehen. Das Flussufer als Grenze wurde „ripa“ genannt. Das rechte Rheinufer bildete nun die Grenze zwischen der römischen Weltmacht und der von Rom als Barbaren bezeichneten germanischen Stämme.
5 – 83 n. Chr. überschritt Kaiser Domitian den Rhein in östlicher Richtung, um das germanische Volk der Chatten zu unterwerfen. Zur Kriegstaktik gehörte es, eine Schneise durch die dichten Wälder Germaniens zu schlagen und an dieser Schneise Wachttürme zu errichten.
Die als Barbaren bezeichneten Stämme bildeten keine politische Einheit wie das des Römischen Reiches, sondern sie waren in einer Vielzahl von Stämmen und Gruppen unterteilt, die lediglich durch gemeinsame Sprachdialekte oder Siedlungsgebilde miteinander verbunden waren.

Die größte Ausdehnung des Römischen Reiches wurde durch Kaiser Trajan erreicht, der von 98 – 117 an der Spitze des Imperiums stand.
Sein Nachfolger, Kaiser Hadrian, führte die Geschicke des Reiches von 117 – 138 n. Chr..
Zwischenzeitlich kam es immer wieder zu Übergriffen an der durch die Römer einseitig festgelegten Grenze, so dass sich Kaiser Trajan und Kaiser Hadrian in ihrer Regierungszeit gezwungen sahen, verstärkt Grenzsicherungen vorzunehmen. Unter der Regentschaft Hadrians entstand so die als „Hadrianwall“ bezeichnete Grenzsicherung in Groß-Britannien und auch der durch Germanien verlaufende „Limes“ wurde ausgebaut und verstärkt.

Der Begriff „Limes“ – lateinisch“ limities“, bezeichnet diesen als „Feldgrenze , Grenzweg, Wegschneise oder Rollbahn.“ Erst der römische Geschichtsschreiber Tacitus definierte das Wort „Limes“ als Grenze, wobei er diesen als eine in die Tiefe gestaffelte Grenzzone betrachtete.

Der Odenwaldlimes, wie auch der Limes in seiner Gesamtlänge von über 550 Kilometern Länge, war keine Sperranlage oder Verteidigungslinie in der klassischen Form einer Grenze, sondern eher zur Kontrolle in einem vor der eigentlichen Grenze (Rheingrenze) vorgelagerten Gebietes, das durch das römische Weltreich einseitig kontrolliert wurde. Grenzüberschreitungen in Form von Tausch und Handel waren jederzeit möglich. Durch die vorgeschobene Kontrollfunktion konnten bei möglichen großen Angriffen Vorkehrungen zur Abwehr und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Der Odenwaldlimes
Der Odenwaldlimes wurde im Zeitabschnitt 90 – 110 n. Chr. (Regierungszeit der beiden Kaiser Domitian und Trajan) angelegt.
Der nördliche Beginn des Odenwaldlimes lag bei Obernburg/Wörth am Main und verlief über die Höhenrücken des Odenwaldes bis zur Einmündung von Kocher und Jagst im Bereich Bad Wimpfen in südlicher Richtung. Der Odenwaldlimes diente auf einer Strecke von rund 70 km als Landbrücke zwischen Main und Neckar.
Auch der Odenwaldlimes war zunächst als Schneise angelegt, der durch die dicht bewaldeten Höhenrücken des Odenwaldes führte. Holztürme säumten den Limes und gewährleisteten die Überwachung.
In einer weiteren Ausbauphase (117 – 130 n. Chr.) wurden zur weiteren Absicherung des Limes Holzpalisaden errichtet.
Im Zeitabschnitt 140 – 150 n. Chr. ersetzten Steintürme die mittlerweile maroden Holztürme, die heute noch zum Großteil als Fundamente sichtbar sind. Die Limeswachttürme wurden in ihrer Position so errichtet, dass Sichtkontakt zu den benachbarten Türmen bestand. Aufgrund der Geländebeschaffenheit des Odenwaldes lagen die Wachttürme zw. 300 bis 1000 Meter auseinander. So konnten im Ernstfall eines Angriffes mittels Licht- oder Fahnenzeichen Nachrichten übermittelt und Verstärkung heran geführt werden.
Ein gut erhaltender Wachtposten, Bezeichnung WP 10/37 „Schneidershecke“ ist in der Gemeinde Hesseneck im Ortsteil Kailbach mit zwei Steintürmen sichtbar. An einem der Türme (Turm B) wurden ein Anbau und bei Grabungen keilförmige Gewölbesteine aufgefunden. Diese deuten daraufhin, dass dieser Turm im Verlaufe seiner Existenz als Heiligtum umfunktioniert wurde. Die in unmittelbarer Nähe aufgefundene Sandsteinplastik der Götter Mars, Viktoria und Salus bestätigen diese Annahme.
Am Odenwaldlimes waren 80 (bisher bekannte) Wachttürme angelegt, die durch die Reichslimeskommission die Bezeichnung WP 10/1 – WP 10/80 erhielten. Im unmittelbaren Hinterland des Limes waren 7 Kleinkastelle, 9 Numeruskastelle sowie 4 Kohortenkastelle angelegt, von wo aus die Überwachung des Limes organisiert wurde. Die Verwaltung des Odenwaldlimes oblag der XXII. Legion Primigenia pia Fidelis ( Feldzeichen Steinbock) mit Hauptsitz in Mainz und der VIII. Legion Augusta( Feldzeichen Stier) mit Sitz in Straßburg.
Um 155 n. Chr. wurde der Abschnitt Odenwaldlimes aufgegeben und ca. 30 Kilometer nach Osten, zu Gunsten des Obergermanisch-Rätischen Limes, auf die Linie Miltenberg, Walldürn, Osterburken, vorgeschoben. Dies geschah aus strategischen Gründen, da diese nun gerade verlaufende Limeslinie besser zu überwachen war. Der Obergermanisch-Rätische Limes verlief vom Niederrhein bis zur Donau und hatte eine Gesamtlänge von rund 550 Kilometer. Er ist heute das größte sichtbare Kulturdenkmal Deutschlands.

Die Größe einer Legion
Eine Legion bestand aus 5500 – 6500 Legionären, also Fußsoldaten mit römischem Bürgerrecht.
Hinzu kamen 1000 – 1500 Auxiliarsoldaten ohne römisches Bürgerrecht, die auch die berittenen Einheiten (die als Alen bezeichnete Kavallerie) stellten.
Hinzu kamen noch ca. 2000 Mann Hilfstruppen (Numeri), die durch einen römischen Offizier befehligt wurden.
Eine Legion unterteilte sich in 1o Kohorten. 1 Kohorte wiederum in 5 -6 Zenturien. 1 Zenturie bestand aus 8 Gruppen zu je 8 Mann, die gruppenweise Unterkunft fanden. Die Führung einer Legion übernahm ein „Legat“ (legatus legionis). Dieser war der persönliche Stellvertreter des Machtinhabers in Rom.
Im unmittelbaren Limeshinterland wurden Kohortenkastelle, bis zu 1000 Mann Besatzung, Numeruskastelle, mit ca. 150 Mann, sowie Kleinkastelle mit 10 - 20 Mann angelegt. Außerhalb der Kastelle befanden sich in der Regel Badehäuser, deren Becken unterschiedlich hohe Wassertemperaturen aufwiesen und der Reinlichkeit und der Gesundheit der Legionäre diente.
Ein solch gut erhaltenes Römerbad ist noch im Michelstädter Stadtteil Würzberg vorzufinden.
Zur Versorgung der Truppe waren im nahen Hinterland Gutshöfe angelegt, die überwiegend von aus dem aktiven Dienst ausgeschiedenen Legionären bewirtschaftet wurden. Die heute als „Villa rustica“ bezeichneten Gehöfte waren ausschließlich auf die Versorgung der aktiven Truppe ausgelegt.
So ist im Gebiet des Odenwaldlimes die „Villa Haselburg“ bei Höchst i. Odw. sehr gut erforscht und erhalten.
Die Betreiber dieser Güter hatten das Anrecht auf den Schutz durch das Römische Reich, waren aber dem Staat gegenüber wiederum steuerpflichtig.
WachtĂĽrme am Limes
Die Wachttürme aus Holz wurden zw. 140 und 150 n. Chr. durch Steintürme ersetzt. Diese hatten eine Höhe von 7,50 Meter und waren in 3 Etagen unterteilt. Der Turmeingang befand sich auf der mittleren Geschossebene. Diese Ebene ließ sich mittels Leiter erreichen und konnte bei drohender Gefahr eingezogen werden. Der Mittelbereich des Wachtturms diente zum Aufenthalt der Besatzung.
Das ĂĽberdachte Obergeschoss diente der Ăśberwachung und Signalgebung am Limes. Das Untergeschoss des Turms war fĂĽr die Vorratshaltung vorgesehen.

Limesbesatzung
Die direkte Überwachung des Odenwaldlimes erfolgte durch die Hilfstruppen, den sogenannten Auxiliaren. Die Auxiliare am Odenwaldlimes waren in Groß Britannien für den Dienst im römischen Heer angeworben worden. Zuständig für die Überwachung des Odenwaldlimes war die Zenturie „Brittones Triputienses“.
Die Dienstverpflichtung erfolgte über 25 Jahre. Erst nach Beendigung der Dienstzeit durfte geheiratet werden (ius conubium). Nach Beendigung seiner Dienstzeit hatte jeder Auxiliar das Anrecht die römische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Dies wurde mit einem Militärdiplom beurkundet (missio honesta).
Die römischen Soldaten waren für die Beschaffung von Lebensmitteln und Ausrüstung selbst verantwortlich. Die Soldaten wurden nicht nur im Kriegshandwerk ausgebildet, sondern erhielten auch eine Ausbildung in unterschiedlichen handwerklichen Berufszweigen. So wurden die persönlichen Ausrüstungsgegenstände als auch Baumaterial (z. B. Ziegel) in eigener Regie hergestellt, wohingegen man bei der Lebensmittelversorgung gerne auf die zurückliegenden Landgüter (villa rustica) zurückgriff. Aus den Reihen der Legionäre gingen so viele handwerkliche Berufe hervor, die die Entwicklung des Gebietes voran trieben. Es sei hier an den Bau von Aquädukten, Straßen und den Bau von Bädern mit heiß-kalt Wasserversorgung gedacht, aber auch an alle handwerklichen Fertigkeiten.
Im Lager lebten die Soldaten in Gruppen zu je 8 Mann zusammen. Die Unterkunft bestand aus 2 Räumen. Der hintere Teil der Behausung wurde als Aufenthalts- und Schlafraum genutzt, während der vordere Teil zur Aufbewahrung der Waffen und sonstiger Ausrüstungsgegenstände diente. Diese Unterkünfte wurden als „Streifenhäuser“ bezeichnet.
Die Mahlzeiten wurden innerhalb der Gruppe selbstständig zubereitet. Eine große Bedeutung wurde hier der Getreidehandmühle beigemessen, da die Hauptnahrung eines Legionärs aus Getreidebrei (puls) bestand. Häufig wurde diesem Brei auch Bohnen beigemengt.
Weitere Nahrungsbestandteile waren GemĂĽse, FrĂĽchte und Fleisch.
Die Ausrüstung des Legionärs
Zur persönlichen Ausrüstung eines Legionärs gehörten ein Helm, Schienenpanzer oder Kettenhemd, ein Schutzschild, Kurzschwert (gladium), Dolch (pugio) und Wurfspeer (pilum). Sie wird als passive Bewaffnung bezeichnet.
Die aktive Bewaffnung richtete sich nach den verschiedenen Kriegstaktiken. Diese Waffen waren einem stetigen Wandel unterworfen. Auch die Übernahme von Gegnern angewandte Waffentechniken gehörten dazu.
Nahrung der Legionäre
Grundnahrungsmittel der Römer war der Weizen, der durch diese in Germanien eingeführt wurde. Der Weizen wurde mittels Handmühlen gemahlen. Als Beigabe diente Grütze, Bohnen Erbsen und Linsen zur Verfeinerung der Speise. Obst oder Gemüse wurde als Beilage gereicht. Fleisch und Geflügel war nur den besonderen Tagen, z. B. religiöse Feiertage, vorbehalten.

Römische Religion
Die Religion der Römer war eine Naturreligion, die den Etruskern und den Griechen entlehnt wurde. Die wichtigsten Götter waren Jupiter, Juno, Minerva sowie der Kriegsgott Mars. Oberster Priester war der Kaiser, genannt „pontfix maximus“.

RĂĽckkehr an die Rheingrenze
Um 260 n. Chr. begann das Zeitalter der Soldatenkaiser. Innere Unruhen und Meutereien in den Heeresgruppen, die mit Ernennung von Gegenkaisern verbunden waren, prägte um diese Zeit das innere und äußere Bild der römischen Weltmacht.
Die römische Zentralmacht verlor an Bedeutung. Durch diese inneren Unruhen wurden Legionen gebunden, die sich zeitweise bis zu ihrer Vernichtung bekriegten.

Die östlichen und nördlichen Nachbarn
Die Nachbarvölker der Römer nahmen die Schwächen der Römer wahr und nutzten diese, um Einfälle in die römischen Provinzen zu verüben.
Der wirtschaftliche Niedergang der Provinzen war die Folge.
Zwischen 364 und 375 wurde aufgrund des Drucks von auĂźen die Limesbefestigung unter Kaiser Valertinians I aufgegeben und die Macht Roms zog sich an die Rheingrenze zurĂĽck.
Ab 401 wich die römische Großmacht auch aus dem Bereich links des Rheines zurück und die Völkerwanderung der germanischen Völker begann.

Der ehemalige Bereich des Odenwaldlimes mit seinem Hinterland ist reich an römischen Fundstätten. Ein gekennzeichneter Limeswanderweg führt über rund 80 km auf den Höhenrücken des Odenwaldes durch eine reizvolle Landschaft und den Überresten des Römischen Reiches. Nicht alle an dieser Strecke liegenden römischen Bodendenkmälern können in diesem Bericht Erwähnung finden. So sind Fundstätten aufgeführt, die für den nicht professionellen Betrachter aussagekräftig genug sind, um die Bedeutung einer menschlichen Hinterlassenschaft von vor über 2000 Jahren die Bedeutung beizumessen, die es verdient. Die Aufzählung erfolgt in alphabethischer Reihenfolge und stellt keine Bewertung dar:
Schloss Erbach i. Odw. Dort befindet sich eine umfangreiche Sammlung des Grafen Franz I zu Erbach. Graf Franz I. war einer der Pioniere, die den Odenwaldlimes systematisch erforschte und katalogisierte. Zahlreiche Grabungsfunde sind im Schloss ausgestellt.
Erbach-Bullau Ein eingemauerter römischer Fortuna- Altar, der 1519 in der kleinen Bullauer Kapelle entdeckt wurde. Das Original wurde 1764 an die Akademie der Wissenschaften Mannheim verschenkt.
Lautertal-Reichenbach Das Felsenmeer diente den Römern als Steinbruch. Überreste bearbeiteter Werksteine sind dort noch sichtbar. So ist noch eine nicht zu Ende bearbeitete Granitsäule erkennbar. Die Zwillingssäule wurde unter Kaiser Konstanin (328 – 337) gebrochen und fand zum Bau der Trierer Basilika Verwendung.
Höchst -M.-Crumbach In der Friedhofsmauer ist ein Relief eingelassen, das 3 weibliche Personen zeigt. Es stellt die Muttergottheiten (matron ae) als Fruchtbarkeitscharakter dar.
Höchst -Hummetroth Eine villa rustica mit Namen“ Haselburg“ bezeichnet, ist auf der Hummetröther Höhe sichtbar. Die Grundmauern des Herrenhauses, Wirtschaftsgebäude als auch der Badebereich sind in den Grundmauern deutlich auszumachen. Ein Jupiterheiligtum im Hofbezirk ist vorhanden.
Lützelbach Kastell Lützelbach ist das nördlichste am Odenwaldlimes angesiedelte Kastell. Die Grundmauern des Kleinkastelles sind noch sichtbar.
Michelstadt In der mittelalterlichen Stadtmauer befindet sich der dort integrierte „Diebsturm“. In ca. 10 Meter Höhe ist ein aus Sandstein gehauenes Merkurrelief sichtbar.
Michelstadt-Eulbach Eulbacher Park oder Englischer Garten geht auf die Initiative des Grafen Franz I. von Erbach zurück. Im Zuge der Anlegung des „Englischen Gartens“ stießen die Arbeiter auf behauene Steine aus der Römerzeit. Graf Franz I, bekannt als leidenschaftlicher Sammler antiker Gegenstände, veranlasste Grabungen im Bereich des Eulbacher Parks. Dies führte zur Entdeckung des Eulbacher Kastells. Graf Franz ließ Teile der Entdeckung nach dem Stand der damaligen Erkenntnisse im Park wieder aufbauen. Die Mittelachse des Parks markiert ein Obelisk, der aus Funden des Kastells Würzberg zusammengefügt wurde. Die Sammlung römischer Hinterlassenschaft macht den „Englischen Garten“ zum ältesten archäologischen Park Deutschlands.
Michelstadt-Vielbrunn Auf dem Höhenrücken von Vielbrunn wurde in zurückliegender Zeit der Wachtturm WP 10/15 nach altem Vorbild aufgebaut. Ein Teilstück der Holzpalisade ist vorhanden.
Michelstadt-Würzberg Das Kastell Würzberg ist in seinen Konturen noch deutlich sichtbar. In nur wenigen Metern Entfernung ist das gut erhaltene „Römerbad“ zu finden. Das Bad veranschaulicht die Hygienegewohnheiten zur Römerzeit.
Hesseneck-Kailbach Weiterer Anlaufpunkt ist der WP 10/30 „Vogelbaumhecken“. Zwei restaurierte Steinturmfundamente und ein Palisadenzaun sind sichtbar.
Schloßau Im Gemeindegebiet Schloßau wurde ein Töpferbrennofen vorgefunden und entsprechend dem Original wieder nachgebaut.
Mudau-Schlossau Der WP 10/37, genannt „Schneidershecke“ ist mit den Fundamenten seiner beiden Steintürme und der Erderhebung des Holzturmes noch deutlich sichtbar. Nach dem neuesten Stand der Forschung wurde einer der steinernen Wachttürme zu einem Tempel umgewidmet, in der eine Statuengruppe, die die Götter Mars, Salus und Viktoria erkennen lassen, aufgestellt zu sehen ist.
Oberscheidental In Oberscheidental sind die Ăśberreste eines Kohortenkastells sichtbar, das durch die Kohorte III Dalmaturum besetzt war. Um 160 n. Chr. wurde dieses Kastell im Zuge der Vorverlagerung des Limes um 25 km nach Osten aufgegeben.
Neckarburken im Elztal Neckarburken war ein bedeutender Militärstand mit einem Kohorten- und einem Numeruskastell. Ein Teil des Numeruskastells und das Kohortenbad sind noch deutlich erkennbar.
Lützelbach Kastell Lützelbach (Lützelbacher Schlösschen) war mit einer Auxiliartruppe von ca. 160 Mann besetzt.
Jagsthausen In Jagsthausen ist einer der größten Kohortenkastelle vorzufinden, das über 800 Mann beherbergte. Jagsthausen kann 2 Römerbäder, die noch deutlich sichtbar sind, vorweisen.
Der Odenwaldlimes ist über seine Gesamtheit von rund 80 Kilometern erwanderbar. Der Wanderweg ist mit einem großen „L“ oder dem Symbol eines „Limesturms“ gekennzeichnet. Entlang dieser Wanderstrecke haben viele angrenzenden Städte und Gemeinden Museen angelegt, die das Leben der Römer am Limes verdeutlichen.

Quelle:

Dietwulf Baatz Limeskastell Saalburg
Die Römer in Hessen – Das Leben im Grenzland des Römerreiches
Mario Becker Aufbau, Verwaltung, das Militär
Der Limes – kleine Schriftenreihe zur röm. Archäologie u. Geschichte
Der Odenwald-Limes
Stephan Bender Wo endet der Odw.-Limes am Neckar – neueste Forschungsergebnisse
Prof. Friedrich Eckstein Grenzland des Römischen Reiches – Dorflinde OWK
Elfenbeinmuseum Erbach Sonderausstellung – Leben im römischen Reich
Manfred Giebenhain Suche nach den Straßen der Römer
Holger Göldner Archäologische Denkmäler in Hessen Nr. 152, 153 und 154
Forschungsergebnisse
G. Grünewald Eine große Schau für den Odenwaldlimes – DA-Echo
Friedrich Höreth Was uns der Odenwald erzählt Band 1
Geschichtsverein LĂĽtzelbach Odenwaldlimes in Gem. LĂĽtzelbach
Franz Hoffmann Mit modernen Mitteln zu AltertĂĽmer
Siegbert Huther Rekonstruktion „Hölzerner Wachtturm Vielbrunn (WP 10/15)
Friedrich Mößinger Was uns der Odenwald erzählt Band 1
Museumsstr. Bergstr.-Odw. Der Odenwald und die Römer
Rittmeyer Odenwaldlimes
Dr. Peter W. Sattler Geschichte im Fadenkreuz – Odenwälder Journa
Odenwald-Römer waren keine Christen – Da-Echo
Egon Schallmayer Der Odenwaldlimes
Schätze der Menschheit – Obergermanisch-Raetischer Limes
Der Odw.-Limes – ein Bodendenkmal in romantischer Landschaft
Jörg Scheuerbrand Der Odenwaldlimes – Steinbauphase des Odenwald-Limes
Kirsten Sundermann Die Sterne munkeln, die Flammen wärmen
Rainer TĂĽrk Wanderungen am Limes
Wikipedia Das Römische Reich und der Odenwaldlimes
Kastell Hesselbach
Die römische Villa
Erwin Wild Rundwanderungen am Odenwaldlimes
www.tg-odenwald.de Der Limes im Odenwald